«Gemeinsam draussen zu kochen ist befreiend»

Patricia Gerber über den unbeschwerten Austausch mit Geflüchteten, den ein Kochevent ermöglicht. Sie ist Koordinatorin für Schweizer Projekte bei der NGO Cuisine sans frontières. Hier erzählt sie, warum sie Koch-Events mit Geflüchteten toll findet und dafür gerne mit der AOZ zusammenarbeitet.

Patricia Gerber

Wenn wir ins Bundesasylzentrum Duttweiler kommen, freuen sich immer alle. Wir bauen draussen unsere Gasbrenner auf, legen die Kochutensilien bereit und die Leute kommen und packen mit an. Es geht nie lange, bis ein wenig Feststimmung aufkommt. Gekocht und gegessen wird gemeinsam draussen, was für viele eine schöne Abwechslung zum Alltag ist.

Ich komme aus der Gastronomie. Es beeindruckt mich, wie das Kochen und der Austausch über das Essen die Menschen zusammenbringen. Wir gehen auch sporadisch in andere Unterkünfte der AOZ, um mit Klient*innen zu kochen. Dort läuft es nach der gleichen einfachen Idee: Alle können mithelfen, auch Kinder. So entsteht ein frisches, leckeres Abendessen. 

Wir haben ein fixes Team von professionellen Köch*innen, die uns ehrenamtlich unterstützen. Sie stellen die Menus zusammen und leiten die kochenden Personen ein wenig an. Meist entsteht dann eine Eigendynamik. Man hält sich nicht genau ans Rezept, aber das Essen wird immer gut.

Pro Anlass haben wir etwa zwölf freiwillige Helfer*innen, die uns unterstützen. Das sind ganz unterschiedliche Leute: alt und jung, mit verschiedenen Berufen und Lebenswelten. Auch die Freiwilligen wissen: «Gemeinsam draussen zu kochen ist befreiend.» Nur im tiefen Winter kochen wir drinnen.

In der städtischen Kollektivunterkunft Schärenmoos der AOZ haben wir erstmals einen Kochkurs mit Bewohnenden durchgeführt. Daraufhin kochten wir zusammen am Festival «Food Zürich». Momentan bieten wir einen Gastrokurs in der Kollektivunterkunft Triemli an.

Ich arbeite mit verschiedenen Personen von der AOZ zusammen. Das sind durchwegs engagierte Leute, die rasch Ideen umsetzen wollen. Sie sind auch offen dafür, etwas auszuprobieren und zusammen weiterzuentwickeln. Das ist sehr motivierend und macht grossen Spass.

Patricia Gerber, Koordinatorin Schweizer Projekte bei Cuisine sans frontières