
«Velofahren bedeutet für mich Freiheit, Bewegung, Mobilität und Selbstbestimmung. Alle Menschen sollten von diesen Privilegien profitieren können. Mich motiviert es, sie beim Erlangen von Freiheit, bei der Erweiterung ihrer Mobilität und beim Erlernen von etwas Neuem begleiten zu können.
Wenn eine Person zum ersten Mal selbstständig pedaliert, das Gleichgewicht hält und die ersten Meter fährt – das ist stets ein erfüllender Moment. Die Teilnehmenden strahlen, und ich bin ultrastolz auf sie.
Mein Ziel ist es, die Grundsätze des Velofahrens zu vermitteln. Das beginnt damit, das Velo zu stossen, auf den Ständer zu stellen und den Helm korrekt anzuziehen. In den vier Kurstagen lernen die meisten Teilnehmenden, selbstständig zu pedalieren, sicher zu bremsen und Routine zu gewinnen.
Viele Kursteilnehmende können am Schluss einhändig fahren, einen Slalomparcours meistern oder im Sattel sitzend zurückschauen.
Das Velo ist das effizienteste und günstigste Verkehrsmittel im urbanen Raum. Geflüchtete können sich damit kostenlos im ganzen Stadtgebiet bewegen, was ihnen mehr Kontakte und weitere Integrationsmöglichkeiten bietet.
Insbesondere Frauen, die zum Kurs kommen, wollen mit ihren Kindern Velo fahren. Diese haben das Velofahren in der Schweiz rasch erlernt und wollen nun von ihren Müttern begleitet werden. Diese Frauen sind die motiviertesten Teilnehmenden!
Eine Teilnehmerin hatte eine Anstellung bei der Spitex in Aussicht. Bedingung für den Job war aber, dass sie Velo fahren könne, um per E-Bike zu den Hausbesuchen zu fahren. Sie war daher speziell motiviert und hat das Velofahren extrem schnell erlernt.»
Aline Künzler, Velokursleiterin bei der AOZ und aktiv bei «Friends on Bikes».