
Für die geflüchteten Menschen ist der Aufenthalt im Bundesasylzentrum herausfordernd. Die Zeit ist geprägt durch Unsicherheit, Warten und wenig Privatsphäre. Unsere Bewohner*innen sind dankbar für jede Hilfe.
Wir unterstützen sie mit aufrichtigem Interesse für die Person und ihre Bedürfnisse. Wir bieten ihnen eine Tagesstruktur, Deutschkurse und wichtige Grundkenntnisse zum Leben in der Schweiz. In den vorgegebenen Rahmenbedingungen schaffen wir möglichst viel Raum für Selbstbestimmung.
Ich war selbst Bewohner im BAZ Embrach. 2009 war das BAZ meine erste Station nach meiner Flucht aus der Türkei. Deshalb weiss ich, wie sich viele Geflüchtete fühlen und was sie brauchen: Manchmal einfach ein Gespräch, Aufmerksamkeit oder das Gefühl, ernst genommen zu werden.
Seit 10 Jahren arbeite ich bei der AOZ und bin nun Leiter Betreuung in Embrach. Die Aufgaben meines Teams sind anspruchsvoll und vielfältig. Trotz strukturierter Abläufe ist kein Tag wie der andere. Der Austausch mit den Bewohner*innen steht im Fokus.
Für uns ist es vielleicht nur ein kleiner Rat oder ein kurzes Gespräch, doch für die betroffenen Menschen kann es ein echter Wendepunkt im Leben sein. Genau das motiviert mich. Ich will für die Bewohner*innen da sein – auch in schwierigen Momenten.
Das Schönste ist für mich, wenn ich unterwegs bin und ehemalige Bewohner*innen treffe, die sich inzwischen gut integriert haben und etwas aus ihrem Leben machen. Besonders berührend ist es, wenn sie sich bei mir bedanken und erzählen, wie sich ihr Weg entwickelt hat.
Im direkten Kontakt mit den geflüchteten Menschen können wir einen Unterschied machen.
Selahattin Ulug, Leiter Betreuung im BAZ Embrach